Artikelliste aus dem ERP exportieren: Der schnellste Weg zum EUDAMED-Überblick
Ihre Produktdaten liegen längst im ERP-System. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Artikelliste aus Microsoft Dynamics 365 Business Central oder SAP Business One exportieren und in wenigen Minuten prüfen, welche Ihrer Produkte noch EUDAMED-Lücken haben.
Warum der ERP-Export der beste Startpunkt ist
Die häufigste Hürde vor der EUDAMED-Registrierung ist banal: Niemand hat eine vollständige Liste aller Produkte mit den relevanten Stammdaten an einem Ort. Dabei existiert diese Liste fast immer schon, nämlich im Warenwirtschafts- oder ERP-System. Artikelnummer, Handelsname, GTIN, Beschreibung und oft auch die Risikoklasse sind dort gepflegt. Ein Export dauert wenige Minuten und ersetzt tagelanges Zusammensuchen aus Katalogen und Excel-Inseln.
Export aus Microsoft Dynamics 365 Business Central
Öffnen Sie die Liste "Artikel" (Suche über die Lupe, Begriff "Artikel"). Blenden Sie über "Ansicht personalisieren" die Spalten ein, die für EUDAMED zählen: Nummer, Beschreibung, GTIN, Herstellernummer und, falls gepflegt, die Produktkategorie. Danach genügt "Seite" und "In Excel öffnen": Business Central erzeugt eine Excel-Datei mit genau den sichtbaren Spalten. Filtern Sie vorher auf Ihre Medizinprodukte, etwa über eine Artikelkategorie, damit keine Handelsware ohne Medizinproduktebezug mitkommt.
Export aus SAP Business One
In SAP Business One führt der Weg über die Artikelstammdaten. Am schnellsten geht es mit einer Abfrage: "Extras", "Abfragen", "Abfragegenerator" auf die Tabelle OITM, mit den Feldern ItemCode, ItemName, CodeBars (GTIN) und FirmCode. Das Ergebnis exportieren Sie über das Excel-Symbol. Alternativ öffnen Sie die Artikelliste, blenden die gewünschten Spalten über die Formulareinstellungen ein und nutzen den Standard-Export nach Excel.
Diese Spalten braucht der Ready-Check
Für einen aussagekräftigen Abgleich reichen wenige Spalten: Handelsname, Artikelnummer oder Modell, GTIN (falls vorhanden), eine kurze Produktbeschreibung und, wenn gepflegt, Risikoklasse und EMDN-Code. Fehlt etwas davon, ist das kein Hindernis: Genau solche Lücken sichtbar zu machen ist der Zweck der Prüfung. Deutsche und englische Spaltennamen werden erkannt.
Von der Exportdatei zum Ergebnis in zwei Minuten
Laden Sie die exportierte Datei (CSV oder Excel) in den kostenlosen Ready-Check auf medregia.eu. Die Prüfung läuft ohne Konto und ohne Kosten: Sie sehen sofort, welche Pflichtangaben je Produkt fehlen, ob angegebene EMDN-Codes in der offiziellen Nomenklatur existieren, ob Risikoklassen plausibel sind und ob GTINs doppelt vergeben wurden. Das Ergebnis kommt direkt auf der Seite und zusätzlich per E-Mail.
Ein Hinweis zu Sets und Zusammenstellungen
Enthält Ihre Artikelliste Sets, Koffer oder Kits, etwa Verbandkästen nach DIN 13157: Solche Zusammenstellungen sind Sachgesamtheiten nach Artikel 22 MDR. Registriert werden nicht die Kästen selbst, sondern die enthaltenen Einzelkomponenten, und für den Zusammensteller gelten eigene Pflichten. Kennzeichnen Sie solche Artikel im Export, dann lässt sich die Abgrenzung sauber prüfen.
Was nach dem Überblick kommt
Aus dem Ready-Check-Ergebnis entsteht eine klare Arbeitsliste: Produkte ohne Lücken, Produkte mit wenigen fehlenden Angaben und Kandidaten für die fachliche Klärung. Für die eigentliche Registrierung liefert Medregia je Produkt eine registrierungsfertige Akte, bei Bedarf mit dokumentierter Expertenfreigabe. Bei größeren Beständen ab zehn Produkten greifen Mengenpreise, und der Frist-Radar hält die Daten danach aktuell.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Microsoft Dynamics 365 Business Central und SAP Business One sind Marken der jeweiligen Inhaber; Menüpfade können je nach Version abweichen. Stand: Juli 2026.